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The No-Hit-Wonders Vol. I: “We Don’t Need Nobody Else” von Whipping Boy
03.01.2011 | Autor: Daniel Koch | in: The-No-Hit-Wonders
Es gibt Songs, die bisher auf jedem Mixtape eine Wirkung hinterlassen haben. Songs, die es in einem kleinen Kreise sofort schafften, als Hit weiterempfohlen zu werden, selbst wenn die Band, die ihn schrieb, danach keinen Blumentopf mehr gewann. Genau diese sollen hier gewürdigt werden.
“We Don’t Need Nobody Else” von der irischen Band Whipping Boy war genau so einer. Ihr zweites Album “Heartworm”, 1994 als Major-Debüt bei Columbia erschienen, bekam man Mitte der Neunziger von jedem Grabbeltisch hinterher geworfen – ja, Grabbeltische oder -Kisten gab’s da noch. Heute kriegt man das durch und durch tolle Album vermutlich für zwei Euro bei eBay.
Der Band aus Dublin war leider nur eine kurze Karriere beschert. Gegründet 1988 unter anderem Namen als Coverband für Velvet Underground- und The Fall-Songs war man ab Anfang der 90er als Whipping Boy unterwegs. Und der Bandname passte durchaus zu den dunklen aber hochmelodischen Popsongs, die vor pechschwarzem Pessimismus überliefen – und dabei sehr toll klangen. Sänger Fearghal McKee neigte zudem dazu, sich auf der Bühne mit Glasscherben zu ritzen, was natürlich seit Iggy nicht wirklich neu ist, aber dennoch gut zu den Whipping Boy-Songs passte – und neben Einschnitten auch Eindrücke machte. Nach dem Debüt “Submarine” 1992 auf Liquid Records bekamen sie 1994 zu “Heartworm” ihren Major-Deal und wurden 1998 wieder gefeuert, da sie kommerziell betrachtet nicht den kalkulierten Gewinn einfuhren. Der Rausschmiss führte zur Bandtrennung. 2000 erschien dann jedoch noch ein selbstbetiteltes Album, das mit “Ghost Of Elvis” einen weiteren Hit hatte, der keine wurde.
Aber hier soll es um “We Don’t Need Nobody Else” gehen, das wohl leider nur im Freundeskreis des Autors ein Hit wurde. Und im Team der Serie “Verbotene Liebe”, wo es so ca. von 1995 bis 1996 wöchentlich in der Serien-Pinte “No Limits” gespielt wurde. Schade eigentlich, dass sich der wunderbare Basslauf, der eindringliche Sprechgesang, der wenig von einen The Fall-Cover hat, und der so rhythmisch mäandernde Text nicht mehr Freunde gefunden hat. Und Zeilen wie diese muss man als Ire auch mal gesungen haben:
“I’m never in and I can’t remember
They built portholes for Bono, so he could gaze
Out across the bay and sing about mountains
Maybe. You are what you own in this land
You can be King and it all depends on the view and what you can see
And around here nobody tells me what to do anymore
We don’t need nobody else.”
Und der Refrain passt ja leider auch sehr gut in diese neue Kategorie: “We don’t need nobody else. Just you and me.” Schade, dass das Label das anders sah…
Hier eine Live-Version:
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